Wir über uns Satzung Veranstaltungen Mitglieder Gefäßtherapie Gefäßsport Gefäßchirurgie Feedback Spenden

Einführung

Nach oben Weiter

 

Gefäßerkrankungen werden in ihrer Bedeutung oft unterschätzt.

Dies liegt hauptsächlich daran, daß sich die breite Mehrheit nicht darüber klar ist, daß der Funktionsausfall eines Gefäßes bereits bedeutet, daß das gesamte Gefäßsystem, das aus arteriellen Gefäßen ("Schlagadern", Hochdrucksystem) und venösen Gefäßen (Niederdrucksystem, Blutrückführung zum Herzen) besteht generell erkrankt ist.

Am besten vergleicht man es mit dem Wasserleitungssystem eines Hauses, bei dem eine globale Verkalkung vorliegt, wenn es zu einem verkalkungsbedingten Verschluß bei einer einzelnen Rohrleitung kommt. Ebenso zeigt ein "Wasserrohrbruch" an, daß das Rohrsystem im Gesamthaus durch aggressive Substanzen im Wasser bereits angegriffen und dünn sein kann. Der Wasserrohrbruch entspricht dem Platzen eines erweiterten arteriellen Gefäßes (Aneurysmaruptur).

 

Die Warnsymptomatik eines einzelnen Gefäßverschlusses wird vom Erkrankten in den meisten Fällen nicht so ernst genommen wie es sein sollte. Das alte Sprichwort: "Der Mensch ist so alt wie seine Gefäße" oder "Der Mensch ist so jung wie seine Gefäße" hat eine sehr ernste Bedeutung.

 

Unzweifelhaft muß akzeptiert werden, daß das Gefäßsystem ebenso altert wie der gesamte Organismus und daß Gefäßerkrankungen mit fortschreitendem Alter zunehmen.

Es wurde bei verschiedenen Untersuchungen gezeigt , daß etwa 2 % der 45- bis 54-jährigen und 6-10 % der 55- bis 64-jährigen, arteriosklerotische Veränderungen ihrer Beingefäße aufweisen.

Vielfach wird jedoch übersehen, wie früh bereits Gefäßveränderungen nachgewiesen werden. Bei den jungen, im Vietnam-Krieg gefallenen Soldaten wurden bereits im Alter unter 30 beginnende Arteriosklerosezeichen im Gefäßsystem festgestellt .

Macht man sich zusätzlich noch klar, welche essentielle Bedeutung das Gefäßsystem für die Funktion aller Organe, ja für die Funktion jeder einzelnen Körperzelle hat, so wird die Bedeutung gesunder Gefäße deutlich.

Die gesamte Versorgung jeder Zelle mit Sauerstoff und Nährstoffen erfolgt über das Gefäßsystem und ebenso bedeutsam ist der Abtransport von Abfallstoffen und Verbrennungsstoffen der Zelle durch dieses "Rohrleitungssystem" des menschlichen Körpers. Jede Zelle und z.B. auch die Gehirnzellen können nur so gut funktionieren, wie sie mit Sauerstoff und "Brennstoffen" (z.B. Zucker = Glucose) versorgt werden.

 

"Sünden, die Sie an ihrem Gefäßsystem begehen rächen sich nicht bald, sondern erst spät aber dafür umso schlimmer"

 

Im Jahrbuch 1992 des Statistischen Bundesamtes ist "Schlaganfall" die dritthäufigste Todesursache.

Patienten, die Durchblutungsstörungen im Bein haben, weisen leider auch keine optimale Blutversorgung von Gehirn und Herz mehr auf. So ist es nicht verwunderlich, daß 3/4 aller Patienten mit Gefäßerkrankungen am Herzinfarkt oder am Schlaganfall versterben. Die Sterblichkeitsrate ist doppelt so hoch wie in der Gesamtbevölkerung und die Lebenserwartung ist um 10 Jahre verringert. Jeder 5. gefäßkranke Patient verstirbt innerhalb der nächsten 5 Jahre. Der Schlaganfall als Folge einer Gehirndurchblutungsstörung steht nach dem Herzinfarkt und den Karzinomerkrankungen an dritter Stelle als Todesursache.

 

 

Gefäßerkrankungen

 

ARTERIEN

 

Die arterielle Verschlußkrankheit (AVK) wird in 4 Stadien eingeteilt:

 

Stadium I bedeutet einen Gefäßverschluß der vom Erkrankten im täglichen Leben weitgehend unbemerkt bleibt. Es wird allenfalls eine frühe Ermüdbarkeit der Muskulatur, beispielsweise der Waden bemerkt oder ein Kältegefühl.

 

Bei der Verengung einer Halsschlagader (der A. carotis) bedeutet dies, daß keine Zeichen wie eine vorübergehende Sprachstörung oder Lähmungserscheinungen in einer Hand oder in einem Fuß aufgetreten sind.

Bei Männern kann ein Warnzeichen für Veränderungen der Beckenarterien eine Störung der Erektion sein.

Auf der Basis des vorher Gesagten sind bereits diese Veränderungen ein sehr ernstes Warnsymptom und bedeuten unter Umständen schon schwere generalisierte Veränderungen des gesamten "Rohrleitungssystems" des menschlichen Körpers. Der Arzt kann diese Veränderungen im Bereich der Beine durch das Tasten der Pulse oder Abhorchen (Auskultieren) der Gefäße feststellen, da gesunde Gefäße normalerweise keine Strömungsgeräusche aufweisen.

 

Stadium II bedeutet bei den Beinen bereits eine durchblutungsbedingte Behinderung der Belastbarkeit. Hier ist bei Treppensteigen, Berggehen oder sonstiger stärkerer Belastung bereits der typische Wadenschmerz feststellbar, der zum Stehenbleiben zwingt. Eine Unterteilung dieses Stadiums II wird nach der möglichen schmerzfreien Gehstrecke vorgenommen.

Man spricht von einem Stadium II a bei einer Gehstrecke über 200 m und einem Stadium II b wenn die Durchblutungsstörung bereits so ausgeprägt ist, daß man unterhalb dieser Gehstrecke stehenbleiben muß (dies ist die im Volksmund bekannte "Schaufensterkrankheit", da das kurzfristige Stehenbleiben vor jedem Schaufenster wieder zu einer Erholung der Muskulatur führt, die dann das weitergehen ermöglicht).

Bei der Durchblutungsstörung des Hirnes treten hier auch bereits Symptome auf, die sich im Sinne einer vorübergehenden Unfähigkeit zu sprechen (Aphasie) oder in einer rasch vorübergehenden Lähmung einer Hand, eines Beines oder auch einer Körperhälfte ausdrücken (Transitorische Ischämische Attacke, TIA). Auch ein vorübergehendes "Fleckensehen" kann eine vorübergehende Durchblutungsstörung des Gehirns bedeuten. Dies sind äußerst ernstzunehmende Warnsymptome eines drohenden Schlaganfalls.

 

Stadium III bedeutet, daß die Durchblutung so stark eingeschränkt ist, daß bereits in Ruhe, also ohne Belastung der Muskulatur, Schmerzen vorhanden sind. Diese Schmerzen treten häufig besonders während des Schlafes in der Nacht auf, da hier der Blutdruck abfällt und durch das waagrechte Liegen nicht eine zusätzliche Durchblutungsverbesserung durch den hydrostatischen Druck möglich ist. Diese Patienten müssen nachts oft die Beine aus dem Bett hängen lassen um die Schmerzen zu verlieren. In diesem Stadium droht bereits der Verlust des Beines. Bezogen auf die Hirndurchblutung bedeutet das Stadium III einen sich entwickelnden oder unmittelbar bevorstehenden Schlaganfall.

 

Das Stadium IV bedeutet bereits Gefäßverschlüsse oder so eine hochgradige Durchblutungsstörung, daß es zum Absterben von Gewebe (Nekrose) kommt, also Schwarzwerden von Zehen oder das Auftreten von Geschwüren. Bezogen auf das Gehirn bedeutet es den manifesten Schlaganfall.

 

 

VENEN

 

Während die arterielle Blutströmung von der Kraft des Herzens erzeugt wird, muß der venöse Blutrückstrom zum Herzen sozusagen passiv erfolgen und außerdem muß er entgegen die Schwerkraft (hydrostatischer Druck) erfolgen. Dies ist erst durch die Venenklappen möglich. Durch die Muskeltätigkeit der Beine werden die dünnwandigen Venen bei der Muskelanspannung leer gepreßt und damit das Blut darin nach oben verdrängt. Die Venenklappen verhindern danach den Rückstrom des Blutes, so daß sich die Venen nur von unten wieder auffüllen können bis sie dann erneut leergepreßt werden. Man kann sich dies am besten mit einem Paternosteraufzug bildlich vorstellen. Im Bereich des Bauches und der Brust wird dann die Sogwirkung durch die Ein- und Ausatmungstätigkeit und die Herztätigkeit wirksam.

Diese Funktionsweise des Venensystems bedingt auch schon die häufigste Erkrankung, die Krampfaderkrankheit (Varikose) bei der nämlich die dünnen Venenwände zu weit werden und die Venenklappen ihre Schlußfähigkeit verlieren. Da dadurch dann eine längere Blutsäule auf den tiefer gelegenen Venenklappen und der Venenwand lastet, kommt es danach fortschreitend auch zu einer Ausweitung dieser Venenwände und einer Schließunfähigkeit dieser Venenklappen.

 

 

Nach diesem Prinzip der Entstehung von Krampfadern und der Veneninsuffizienz wird die Stammvarikosis in 4 Stadien eingeteilt.

Das Stadium I entspricht einer Schlußunfähigkeit der Venenklappe an der Einmündung der großen oberflächlichen Hautvene an der Innenseite des Beines (V. saphena magna) .

Stadium II bedeutet eine Insuffizienz der Venenklapen bis zum Knie,

Stadium III bis zum Unterschenkel und

Stadium IV bis zum Fuß.

Durch den kontinuierlichen Rückstrom des Blutes aus oberfächlichen Venen ins tiefe Venensystem kommt es zur Überlastung des tiefen Venensystems und schließlich führt dies zum chronisch venösen Stauungserscheinungen.

 

Die Einteilung der chronisch venösen Insuffizienz (CVI) erfolgt in 3 Stadien.

Stadium I : Ödeme ("Wasser in den Beinen"),

Stadium II : typische bräunlich, bläulich dünne Haut (trophische Hautstörungen), Stadium III : Unterschenkelgeschwür, "offenes Bein"(Ulcus cruris).

 

Zur Behandlung der Krampfadererkrankung führen außer kosmetischen Gründen (auch hier ist jedoch ein Wunsch nach Behandlung völlig verständlich und gerechtfertigt) Beschwerden wie Müdigkeit, Beinschwere, gehäufte Wadenkrämpfe, in schwereren Fällen Ödeme und Spannungsgefühl, Hautveränderungen mit Juckreiz und schließlich schmerzhafte Ulcera cruris. Der Reihenfolge der Häufigkeit nach treten Schmerzen, Schwellung, Schweregefühl, Krämpfe und Juckreiz auf.

 

Häufigkeit der Krampfadererkrankung

Der Anteil von Venenerkrankungen in der erwachsenen Bevölkerung liegt zwischen 15 und 25%.

 

 

Die einleitenden Ausführungen sollten den unmittelbaren Zusammen-hang zwischen gesunden Gefäßen und der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit heraus-stellen.

 

Auch unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten kommt der Prävention von Gefäßerkrankungen und der Arteriosklerose große Bedeutung zu.

Die Kosten von Prophylaxe und frühzeitiger Behandlung sind deutlich geringer als die medizinische Behandlung der eingetretenen Erkrankung.

 

"Prophylaxe von Gefäßerkrankungen ist entscheidend"

 

So entstehen in der Behandlung von ca. 300.000 Schlaganfallpatienten jährlich in Deutschland ungeheure Folgekosten. Man hat die Kostenanalyse dieser Erkrankung sehr detailliert durchgeführt und kam dabei zu dem Schluß, daß die Kosten einer einzigen Stunde der Betreuung eines Schlaganfallkranken zu Hause den Kosten von 10 Tagen einer medikamentösen Prävention entspricht.

 

Ebenso werden in Deutschland jährlich ca. 30.000 bis 35.000 Beine wegen arterieller Durchblutungsstörungen amputiert.

Auch ohne Berücksichtigung der erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität dieser Patienten entstehen enorme Kosten in der Prothesenversorgung und Rehabilitation, die auch deutlich die Kosten der zugegebenermaßen sehr teuren gefäßchirurgischen Therapie übersteigen.

Bei allen Behandlungsmaßnahmen sollte es darum gehen, wie es die englische geriatrische (altersmedizinische) Gesellschaft ausdrückt:

"Nicht das Leben mit Jahren, sondern die Jahre mit Leben füllen".

 

Risikofaktoren ausschalten

Es ist jedoch viel wichtiger seine Gefäße nicht bewußt zu schädigen bzw. zu versuchen, sie möglichst lange gesund zu erhalten. Leider sind die wenigsten gefäßkranken Patienten zu eigenem Einsatz im Interesse ihrer Gesundheit bereit.

Welches sind die Hauptrisikofaktoren für Gefäßerkrankungen:

Zigarettenrauchen, hohe Blutfettwerte (Hyperlipidämie), Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Bluthochdruck (Hypertonie), Gicht (Hyperurikämie), Bewegungsmangel und Streß sowie noch erbliche Faktoren.

Aus der Aufzählung der Hauptrisikofaktoren erkennt man, wie leicht es wäre einige davon abzubauen bzw. auszuschalten.

Menschen die in ihrer Familiengeschichte bereits Herzinfarkte oder Schlaganfälle oder andere Gefäßerkrankungen ihrer Vorfahren aufweisen, sollten deshalb auf jeden Fall auf das Rauchen verzichten.

Leider ist man noch sehr häufig dem "Mitrauchen" oder Passiv-Rauchen aus-gesetzt, dadurch daß man sich in Räumen aufhalten muß, in denen Raucher die Luft "vergiften".

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) hat im Frühjahr 1992 darauf hingewiesen, daß Passivrauchen ein erkennbarer Risikofaktor für die Entstehung des Lungenkrebses ist. Nach Schätzungen treten in der Bundesrepublik Deutsch-land jährlich etwa 400 Lungenkrebsfälle bei Nichtrauchern auf, die durch das "Mitrauchen" verursacht sind. Es ist aus vielen wissenschaftlichen Untersuchungen bekannt, daß Patienten, die bereits chronische Atemwegserkrankungen haben, durch das Passivrauchen eine Verschlechterung ihrer Erkrankung erleiden müssen. Es ist eindeutig nachgewiesen, daß z. B. Kinder, die häuslichem Passivrauchen ausgesetzt sind, mit erheblicher Gesundheitsgefährdung rechnen müssen.

Diese sehr schwerwiegenden Feststellungen sollten Anlaß sein, die Rauchgewohnheiten in Gesellschaft zu überdenken.

Sonderbarerweise versteifen sich die meisten Raucher bei diesen klar zutage liegenden Fakten darauf, daß diese statistischen Ergebnisse immer nur "die anderen" treffen und es bei einem persönlich die berühmte Ausnahme gibt. Ein solches verbohrtes "Kopf in den Sand stecken" ist bei hartnäckigen Rauchern die Regel.

Wenn man auch die Meinung vertreten kann, daß es jedem Menschen überlassen sein muß, wie er mit seiner Gesundheit umgeht, so muß doch ebenso sicher sein, daß er damit nicht auch Unbeteiligte schädigt (Lösung: gemeinsames Arbeitszimmer für Raucher, Raucherzimmer).

 

Ein Wort noch zu Gewichtsabnahme: Obwohl hier in zahllosen Zeitschriften Rezepte für eine "garantiert wirksame" Gewichtsabnahme angeboten werden ("Brigitte-Diät") besteht jedoch weithin viel Unsicherheit.

Entscheidend ist es seine Ernährungsgewohnheiten und sein ganzes Gesundheitsbewußtsein umzustellen, wenn ein dauerhafter Erfolg erreicht werden soll. Völliger Unsinn ist das sog. "Heilfasten". Hier soll sich der Körper von Schadstoffen reinigen, indem die Nahrungszufuhr völlig eingestellt wird.

 

"Heilfasten" mit völliger Unterbrechung der Nahrungszufuhr ist schädlich"

 

Dies führt jedoch zu schwersten Stoffwechselstörungen und ist eindeutig gesundheitsschädigend.

 

Der Körper benötigt die Möglichkeit, seine Schadstoffe (Abbauprodukte) "loszuwerden" wie auch kein Auto mit verstopftem Auspuff vernünftig funktionieren kann.

Essentiell ist deshalb bei jeder Gewichtsreduktionsdiät eine Zufuhr von großen Flüssigkeitsmengen um die Urinproduktion aufrecht zu erhalten und die Zufuhr von Ballaststoffen für einen regelmäßigen Stuhlgang.

Bei einem Hungerzustand greift der Körper zunächst auf die leicht verfügbaren Zuckerstoffe und dann die Körpereiweiße zu, ehe er schließlich anfängt Fett abzubauen.

Der Abbau von Körperproteinen ist jedoch unerwünscht. Proteine stellen wichtige Struktur- und Funktionsträger des menschlichen Körpers dar. Gerade Gewebe die biologisch besonders aktiv sind, haben hohe Umsatzraten, d.h. der Körper ersetzt diese Proteine und produziert sie in kurzen Zeitabständen nach. Es ist also durch eine zu drastische Einschränkung der Energiezufuhr äußerst unerwünscht gerade diese wichtigen Funktionseiweiße, wie z.B. Enzym-Proteine, Immun-Proteine, aktive Stoffwechselzellen oder Herzmuskelzellen vom Körper abbauen zu lassen, um sie einer Energiezufuhr zuzuführen.

Sinnvoll ist einzig und allein eine Reduktion der Energiezufuhr auf etwa 500 bis 1000 Kalorien pro Tag, wobei ein optimaler eiweißsparender Effekt erreicht wird und der Körper schließlich auf seine Fettreserven zurückgreift. Beim Verlust an Körperfett muß berücksichtigt werden, daß 1 g Fett 9 Kalorien Energie gespeichert hält. Damit ist leicht zu errechnen wieviel Kalorien eingespart werden müssen, um längerfristig 1000 g = 1 kg Fett abzubauen.

Es gibt im Handel sehr ausgewogene und nach wissenschaftlichen Ernährungsgesichtspunkten zusammengestellte Abmagerungsdiäten, die aus Aminosäuren, Spurenelementen und Vitaminen bestehen. Sie haben meistens nur den Nachteil, daß sie zum einen teuer sind und zum anderen nicht gut schmecken. Billiger und einfacher ist es sich selbst eine einfache Diät zusammenzustellen und die gesamte Energiemenge in Kalorien selbst zu errechnen.

Die neuen alkoholfreien Biere ermöglichen eine sehr vernünftige (und kostengünstige) Abmagerungsdiät, da im Bier alle Mineralien und Spurenelemente und Vitamine enthalten sind und zusätzlich genügend Flüssigkeit zugeführt wird. Eine Flasche alkoholfreies Bier enthält etwa 125 kcal.. Sie können also ohne weiteres 6-7 Flaschen Bier pro Tag trinken.

Dies erfüllt aber nicht die Bedürfnisse eine Füllung des Magens und einer Aktivierung der Darmtätigkeit durch Ballaststoffe. Am sinnvollsten ist also eine Kombination mit Magerjoghurt, Müsli und gedünstetem Gemüse.

Eine solche konsequent durchgeführte Diät erreicht eine sichere und aus Stoffwechselgesichtspunkten sinnvolle Gewichtsreduktion ohne Einschränkung des persönlichen Wohlbefindens und der Schaffenskraft.

Um während einer solchen Diät ihre Stimmungslage positiv zu beeinflussen, sollten Sie ein Diagramm über Ihre Gewichtsabnahme führen (Selbstmotivation) und sich gelegentlich (aber nur 1mal in der Woche) eine nicht zu umfangreiche Wunschmahlzeit genehmigen.

Am besten kompensieren Sie danach aber diese erhöhte Energiezufuhr durch eine entsprechende angepasste sportliche Betätigung (z.B. Joggen).

 

Unter den übrigen Risikofaktoren ist weiterhin sehr leicht Bewegungsmangel auszuschalten bzw. auch einen vernünftigen Umgang mit Streßsituationen zu erlernen bzw. zu einem vernünftigen Streßabbau zu finden.

Ernährungsbedingte Fettstoffwechselstörungen können ebenfalls sehr leicht beeinflußt werden.

Die Reduktion von Übergewicht fällt zwar sehr schwer, führt jedoch mit einem gleichzeitigen gezielten Bewegungstraining zur bedeutsamsten Verbesserung im persönlichen Wohlbefinden.

 

Störungen des Blutdrucks im Sinne von Hochdruck lassen sich heutzutage stufenweise und sehr gezielt mit hochwirksamen Medikamenten beeinflussen. Die Messung des eigenen Blutdrucks ist auch für den Laien äußerst leicht erlernbar, außerdem stehen in der Zwischenzeit automatische Blutdruckmeßgeräte zur Verfügung.

In der medikamentösen Prophylaxe der Arteriosklerose kann die Hemmung der Blutplättchen (Thrombozyten) durch das altbekannte Aspirin (Acetylsalicylsäure, ASS) eine Rolle spielen. Dieses Medikament kann jedoch zu Reizerscheinungen der Magenschleimhaut bis hin zum Magengeschwür führen. Allerdings konnte man in der Zwischenzeit feststellen, daß schon sehr geringe Mengen des Medikamentes (ca. 30 mg/Tag) wirksam sind. Wenn diese Menge in Form von dünndarm- und nicht magenlöslichen Kapseln eingenommen werden, sind solche Beschwerden nicht zu erwarten. Seine Wirksamkeit hat das Medikament in Untersuchungen zum Wiederauftreten von Gefäßverengungen (Restenose) nach Operationen von Halsschlagaderverengungen bewiesen.

 

Die biologische Wirksamkeit von mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die besonders in Fischölen vorkommen, wurde entdeckt als man feststellte, daß bei Bevölkerungsgruppen die sich hauptsächlich von Fischen ernähren (Eskimos, japanische Fischer) keine Arteriosklerose auftritt.

 

Diese sog. Omega-3-Fettsäuren, deren Wirksamkeit auch schon wissenschaftlich belegt ist, sind auch in pflanzlichen Ölen enthalten. Der manchem unangenehme "Lebertrangeschmack" kann durch Einnahme solcher pflanzlicher Ölkapseln (z.B. Nachtkerzenöl) vermieden werden .

 

Auch verschiedenen Vitaminen kommt Bedeutung in der Veränderung der Arteriosklerose zu. Es sind Vitamine die schädliche Sauerstoffradikale, die sich in den Zellen bilden können, blockieren. Diese "Antioxidantien" sind z.B. Vitamin C, Vitamin E (dieses Vitamin wird meistens den vorher erwähnten Fettölkapseln zugesetzt) und Vitamin A (Beta-Carotin). Da diese Sauerstoffradikale Reizungen, Entzündungen und schädliche Nebenwirkungen im Sinne einer bösartigen Entartung von Zellen auslösen , sind die genannten Vitamine auch gegen Tumorerkrankungen wirksam. Das gleiche gilt übrigens auch für das vorher erwähnte niedrig dosierte Aspirin. Man hat in großen Bevölkerungsstudien festgestellt , daß bei regelmäßiger Einnahme des Medikamentes die Häufigkeit von Dickdarmkrebs auf ungefähr die Hälfte gesenkt wurde. Da wir alle durch die zunehmende Umweltverschmutzung genügend Schadstoffen ausgesetzt sind, lohnt es sich also auch unter diesem Gesichtspunkt zusätzliche giftige Einflüsse zu vermeiden und die genannten Vitamine als "Schutzschild" einzunehmen.

Übrigens werden auch Rotwein antioxidative Eigenschaften zugeschrieben. In der französischen Bevölkerung liegt das Vorkommen von Arteriosklerose deutlich niedriger als in den USA, obwohl in Frankreich die Ernährungsgewohnheiten sehr fett-reich sind und eigentlich hohe Zahlen an z.B Herzkranzgefäßerkrankungen (koronare Herzkrankheit) erwarten ließen.

 

Auch bei den Venenerkrankungen kommt der Prophylaxe größte Bedeutung zu. Man kann sich leicht vorstellen, daß mangelnde Muskelaktivität, weiches Gewebe und erhöhtes Blutvolumen (= erhöhte Blutlast) durch Übergewicht das Fortschreiten der Erkrankung zusätzlich fördern. Viel Stehen oder auch Sitzen besonders noch mit einengender Kleidung begünstigen das Auftreten der Varizen.

 

 

Behandlung

 

Die Behandlungsmöglichkeiten reichen von medikamentöser bis zur chirurgischen Therapie.

 

1. Behandlung von arteriellen Gefäßerkrankungen

 

 

 

 

 

 

 

 

Behandlung im Stadium III und IV: Hier ist jeder Aufwand und jede noch so komplizierte und aufwendige Operation gerechtfertigt um eine Durch-blutungswiederherstellung zu erreichen.

 

Trotz der hohen Behandlungskosten dieser Verfahren sind sie ganz abge-sehen davon, welche seelische Beein-trächtigung eine Amputation für den Patienten bedeutet, letztlich auch kosten-günstiger als die anschließende Rehabilatation und Prothesenversorgung nach Amputation.

Trotzdem künstliche Blutleiter seit vielen Jahren entwickelt worden sind, ist die körpereigene Vene (am besten ist die V. saphena magna) immer noch das Bypassmaterial, das bei einer arteriellen Blutumleitung an verschlossenen Gefäßbezirken vorbei (Bypass) die besten Ergebnisse erreicht.

Die Offenheitsrate dieser Bypässe beträgt 70-90 % nach 5 Jahren je nach Abhängigkeit wie langstreckig das Gefäßbezirk verschlossen ist und wie schwer die Gefäßveränderung in dem noch durchgängigen Gefäßsystem sind.

 

 

 

 

 

Die großen Erwartungen, die an eine Beseitigung von Gefäßverschlüssen mit Laserstrahlung gestellt wurden, haben sich nicht erfüllt. Nach dem gegenwärtigen Stand der Entwicklung ist dieses Verfahren trotz der viel höheren Kosten in keiner Weise weniger belastend und schonender als das Verfahren der

Ballonkatheterdilatation und was auf beide Verfahren zutrifft in den Langzeitergebnissen deutlich schlechter als eine gefäßchirurgische Operation.

Im Stadium II der arteriellen Verschlußkrankheit steht im Vordergrund, welche Bedürfnisse der Patient selbst an seine Bewegungsfähigkeit stellt bzw. welche Anforderungen seine berufliche Tätigkeit an die Bewegungsfähigkeit stellt.

Klarerweise bestehen hier Unterschiede zwischen einem Patienten mit Schreibtischtätigkeit, der auch in seinem Privatleben keinen großen Bewegungsdrang hat und einem z.B. Lagerverwalter, der ständig unterwegs sein muß und vielleicht noch im Privatleben gerne bergwandert.

 

Sowohl für Stadium I wie auch II gilt jedoch in allen Fällen, daß diese Erkrankung sehr ernstgenommen werden muß und zu einem neuen Gesundheitsbewußtsein des Betroffenen führen sollte. Dies betrifft die Punkte Einstellen des Rauchens, Gewichtsabnahme, Blutdruckeinstellung und gezieltes Bewegungstraining.

Immer muß man sich auch bewußt sein, daß es sich um eine fortschreitende Erkrankung handelt, die in ihrem Fortschreiten nur verlangsamt und im besten Fall zum Stillstand gebracht werden kann. Bestes Beispiel ist die Bypasschirurgie an den Herzkranzgefäßen (Koronarbypass). Dem fortlaufenden Krankheitsprozeß der Herzkranzgefäße entspricht auch der Befall dieser Koronarbypässe, die nach 10 Jahren, wie gezeigt werden konnte, bereits in 60 % deutlich und z.T. hochgradig verändert oder sogar verschlossen sind. Ballonkatheterdilatationen haben eine Rezidivrate (Wiederauftreten der Verengung und des Verschlusses an gleicher Stelle) von 20-30 % nach einem Jahr.

Leider trifft man sehr häufig auf eine fehlende Bereitschaft die eigene Lebensführung etwas umzustellen und aktiv zur eigenen Gesundheit beizutragen. Vielfach hat man das Gefühl, daß lieber zusätzlich zum gewohnten ungesunden Leben ein paar Medikamente eingenommen werden, um das schlechte Gewissen zu beruhigen.

Es konnte jedoch in vielen Studien nachgewiesen werden, daß ein gezieltes "Gefäßtraining" zu einer deutlichen Steigerung der schmerzfreien Gehstrecke bzw. sogar zu weitgehender Beschwerdefreiheit und einer deutlich erhöhten Lebensqualität führen kann. Essentiell dabei ist jedoch eine angepasste Anleitung mit einer gründlichen Anfangsuntersuchung, einer individuellen Einstellung der Anfangsbelastung sowie eine kontinuierliche Motivation, am besten durch Gruppentherapie und eine Erfolgskontrolle durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen. Ein solches Gesamtkonzept kann zu einer deutlich erhöhten Lebensqualität und einer erheblichen Steigerung der Leistungsfähigkeit im Berufsleben wie auch im Privatleben führen.

 

Bei dem aktiven Gehtraining ist es absolut nicht ausreichend den Patienten zu raten "täglich 1/2 Stunde spazierengehen". Hier bedarf es einer gezielten Anleitung, um auch eine entsprechende Motivation der Patienten zu erhalten. An erster Stelle steht zunächst eine vorsichtige Steigerung der Beweglichkeit aller Gelenke und der Elastizität aller Gewebe. Danach kann ein vorsichtiges Krafttraining der geschwächten Muskulatur beginnen, dem schließlich die zunehmende Kreislaufbelastung mit Verbesserung der Herz-Kreislauffunktion und der Atemtätigkeit folgt, wodurch schließlich eine verbesserte Sauerstoffversorgung und eine verbesserte Durchblutung auch bei kranken Gefäßen erreicht wird.

 

Bei venösen Erkrankungen konnte eindrucksvoll nachgewiesen werden, wie durch Bewegungstraining Beinschmerzen und Schwellungen sowie venöse Geschwüre zum Abheilen gebracht werden konnten.

Besonders die Durchführung eines Trainings in der Gruppe führt zu einer hohen Motivation der Patienten, so daß das Training dann aus eigenem Antrieb in Form eines Heimtrainings beibehalten wurde. Eindeutig konnte nachgewiesen werden, daß eine Vervielfachung der schmerzfreien Gehstrecke erreicht werden kann.

 

Dieses Sporttraining kann durch medikamentöse Maßnahmen verbessert werden. Wichtig ist es besonders auch das Blut "flüssig zu halten", d.h. daß man reichlich trinken sollte und dies besonders bei starkem Schwitzen, weil es hierdurch zu einem "Eindicken" des Blutes kommt. Damit wird auch klar, daß z.B. Saunabesuche für einen gefäßkranken Patienten äußerst ungünstig sind.

An medikamentösen Maßnahmen gibt es Mittel, die die Blutgerinnung beeinflussen oder auch das Anhaften der Blutplättchen an der Gefäßwand hemmen.

Durch Infusionen kann das Blut sozusagen verdünnt und damit fließfähiger gemacht werden (Hämodilution).

Bei venösen Erkrankungen wirken oft pflanzliche Extrakte (z.B.Ruskusextrakt) sehr wohltuend auf Mißempfindungen.

 

Eine zusätzliche sehr wirksame Möglichkeit der Therapie bei Gefäßverschlüssen besteht in der Gabe von hochwirksamen gerinnselauflösenden Substanzen (Streptokinase und Urokinase) in Form der sogenannten Lysetherapie. Dieses Verfahren hat jedoch auch gefährliche Nebenwirkungen (Blutungen) und kann deshalb nur bei strenger Indikation gezielt und nur im Krankenhaus angewendet werden.

 

Behandlung von Venenerkrankungen

 

Bei der venösen Behandlung gehören zum Behandlungsspektrum Gymnastik, Bewegungsbäder, Unterschenkelgüsse und die Kompressionstherapie.

 

Kompressionsbehandlung

Aus der Entwicklung der Varikosis geht hervor, daß besonders Personen gefährdet sind, die wenig körperliche Bewegung haben und eine vorwiegend sitzende oder stehende Tätigkeit ausüben.

Besonders ungünstig ist einengende Kleidung, die den venösen Rückstrom zusätzlich behindert.

Daraus ergibt sich der erste Ansatzpunkt in der Behandlung von Venenerkrankungen, die Kompressionstherapie. Am einfachsten wirkt man sich ausweitenden Venen entgegen, in dem man von außen Druck auf sie ausübt. Es gibt heutzutage auch modisch attraktive und völlig unauffällige Kompressionsstrümpfe, die problemlos am Arbeitsplatz getragen werden können. Die Kompressionsstrümpfe werden nach ihrem Anpreßdruck in 4 Kompressionsklassen eingeteilt .

Bereits die Kompressionsklasse I mit dem leichtesten Gegendruck kann eine erstaunliche Wirkung haben. Die meisten Beschwerden einer beginnenden Krampfadererkrankung können damit behoben werden bzw. eben auch eine optimale Prophylaxe gegen eine weitere Verschlechterung betrieben werden.

Der Anpressdruck bei Kompressionsklasse I beträgt 20 mmHg. Bereits dieser geringe Druck führt dazu, daß die oberflächlichen Venen entleert bleiben und das Blut hauptsächlich über die tiefen Venen abfließt, die dadurch auch einen wesentlich höheren Blutfluß haben. Dadurch wird auch einer Gerinnselbildung im Venensystem (Thrombose) vorgebeugt. Mit entsprechenden Kompressionsklassen kann fast jede Krampfadererkrankung suffizient behandelt werden. Diese Strümpfe sind in allen Längen und Weiten oder auch als Kompressionsstrumpfhose verfügbar.

Ein Kompressionsstrumpf sollte natürlich nicht ein Alibi für eine mangelnde Bereitschaft sich ausreichend zu bewegen sein.

Aber z.B. am Arbeitsplatz ist es nun vielfach nicht möglich, sich ausreichend zu bewegen. Bewegung ist die beste Vorsorge gegen eine Verschlimmerung des Venenleidens. Eine zusätzliche Kompression kann jedoch auch beim Sport den Effekt noch steigern. Bei körperlich schwerer Berufsarbeit (also viel Bewegung) fanden sich ein Drittel weniger Venenerkrankungen als in der Gesamtbevölkerung.

 

Venenthrombose

Eine Gerinnselbildung im Venensystem muß unterschiedlich ernst genommen und behandelt werden, je nach dem ob die Oberflächenvenen befallen sind (oberflächliche Venenentzündung = Thrombophlebitis) oder die Gerinnsel im tiefen Venensystem sitzen (tiefe Venenthrombose = Phlebothrombose).

Während die erste Form nur sehr schmerzhaft und unangenehm sein kann und mit typischen Entzündungszeichen (Rötung, Verhärtung der Vene, ziehende Schmerzen) verläuft, ist die tiefe Venenthrombose (zunächst sehr uncharakteristisches Beschwerdebild, Ziehen, Beinschwere, Schwellung, schließlich Wasser in den Beinen) sehr gefährlich, wegen der Gefahr einer Abschweifung der Gerinnsel in die Lunge (Lungenembolie).

Diese häufig tödliche Komplikation trat besonders früher bei jungen Leuten nach Operationen auf, bei denen eine kurze Bettlägrigkeit ohne entsprechende Bewegung der Beine gegeben war.

Die oberflächliche Thrombophlebitis wird ambulant mit entzündungshemmenden Salben und Medikamenten und einer Kompressionsbehandlung therapiert.

Die tiefe Venenthrombose erfordert eine Krankenhausbehandlung mit einer "Ungerinnbar" machen des Blutes (Antikoagulation), evtl. eingreifenden Maßnahmen wie einer gerinnselauflösenden Therapie (Lysetherapie) oder auch einer operativen Entfernung der Gerinnsel (operative Thrombektomie). Die Phlebothrombose kann schwere Spätfolgen hinterlassen, in Form der bereits erwähnten chronisch venösen Insuffizienz, da durch die Gerinnselbildung im Venensystem auch die sehr empfindlichen Venenklappen zerstört werden. Dieses schwere und unangenehme Krankheitsbild ist kaum behandelbar und führt zu einem chronischen Schwellungszustand der Beine mit Störungen der Hautdurchblutung, Hautverfärbung und schließlich Geschwürsbildung.

Die einzige Möglichkeit besteht fast darin, ständig Kompressionsstrümpfe mit einem hohen Anpreßdruck zu tragen. Diese Strümpfe sind jedoch oft nicht angenehm und besonders im Sommer für den Kranken sehr belastend.

 

Varizenbehandlung

Domäne der Verödungsbehandlung (Sklerosierung) sind die vorwiegend kosmetisch störenden Varizenformen der oberflächlichen Seitenastvarikose, der netzförmigen (retikulären) Venenzeichnungen und der Besenreiser-Varizen.

Ein Dauerverschluß einer insuffizienten V. saphena magna Mündung und von insuffizienten Verbindungsvenen ist durch eine Sklerosierung nur schwer zu erzielen.

Die Behandlung von kleinen oberflächlichen Venen ist durch die Elektrokoagulation, sowie durch eine Lasertherapie möglich. Beide Verfahren benützen die Hitze-"Verkochung" als therapeutisches Prinzip. Beim Argon-Laser ist der Erfolg bei roten Gefäßzeichnungen günstiger als bei bläulichen, da das Strahlenspektrum im blau-grünen Bereich mit einer Wellenlänge von 500 - 600 nm liegt. Vorteil der Lasertechnik ist, daß sie Hautkontakt vermeidet und einen geringeren Hautschaden setzt als die Elektrokoagulation.

Diese Therapieprinzipien kommen nur bei oberflächlichen Venenzeichnungen, Besenreiser- und retikulären Varizen in Frage und nicht bei ausgedehnteren varikösen Veränderungen.

 

Die chirurgische Behandlung der Varikosis (Krampfadern) hat ihre Domäne in der Behandlung der ausgeprägten Krampfadererkrankung mit Mündungsklappeninsuffizienz der großen Stammvenen.

Ziel jeder chirurgischen Behandlung dieser Varikoseformen ist die Unterbrechung des falschen Rückwärts- Kreislaufes durch die Unterbindung und Beseitigung der insuffizienten Verbindungswege zwischen tiefem und oberflächlichem Venensystem.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen und gegebenenfalls Nachbehandlungen sind ein unverzichtbarer Bestandteil im Behandlungskonzept der Varizenkrankheit.

 

 

Zusammenfassung

Das Angebot eines Gymnastik- oder sonstigen Bewegungsprogramms kann die Leistungsfähigkeit durch die Prophylaxe von Gefäßerkrankungen sehr positiv beeinflussen.

Venenerkrankungen können zu einem hohen Prozentsatz zur Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit führen. Etwa ein Drittel der Patienten mit Venenerkrankungen wird iinnerhalb von 2 Jahren arbeitsunfähig. Dies belegt, daß es sich bei der Venenerkrankung nicht um eine geringfügige Gesundheitsstörung handelt, sondern um eine Krankheit mit erheblicher sozialmedizinischer und sozialökonomischer Bedeutung.

 

Aus dieserZusammenstellung sollte hervorgehen, daß nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit sondern auch die geistige Leistungsfähigkeit durch die Prophylaxe und ggf. wenigstens gezielte und konsequente Behandlung von Gefäßerkrankungen erheblich länger aufrecht erhalten bzw. sogar wieder gesteigert werden kann.

 

Trotz dieser auch durch die Laienpresse inzwischen weit bekannten Tatsachen ist es jedoch für den Fachmann immer wieder enttäuschend, wie wenig manche Patienten bereit sind dieser eindeutigen Fakten Rechnung zu tragen und weiterhin fortfahren durch ihre ungesunde Lebensführung buchstäblich "den Ast auf dem sie sitzen" abzusägen", d.h. ihre Organe und Körperzellen von der Blutzufuhr abzuschneiden.

Wir über uns  ] Satzung  ] Veranstaltungen  ] Mitglieder  ] Gefäßtherapie  ] Gefäßsport  ] Gefäßchirurgie  ] Feedback  ] Spenden  ]